Altpapier erklärt

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Deutschland ist ein Vorreiter in Sachen Papier recyceln, was aber nicht heißt, dass wir uns nicht verbessern können. 2012 lag in Europa die Recyclingquote bei rund 72 %. Solche Zahlen sind gut, aber wenn wir darüber nachdenken, aus welchem Material unsere Pappe oder Papier hergestellt wird, sollten wir genau wissen was in unsere Altpapiertonne gehört.

Ist uns allen bewusst, was wir in unsere Tonnen für Altpapier wirklich reinwerfen dürfen? Denn Papier ist nicht gleich Papier. Für manche gilt helles Papier oft schon als normales Papier, doch sollte man das Papier lieber genau betrachten.

Was gehört nicht in die Altpapiertonne?

  • Beschichte Papiere,
  • Verschmutztes Papier
  • Aufkleber und Etiketten
  • Durchschlag- und Kohlepapier
  • Getränkekartons
  • Hygienepapier wie Taschentücher oder Küchenkrepp
  • Nassfest imprägnierte und/oder geleimte Papiere und Pappen
  • Papierkarten mit Magnetstreifen
  • Servietten
  • Tapeten (auch nicht benutzte Rollen)
  • Wachspapier

Bei den meisten Punkten erübrigt sich die Erklärung, weil diese selbsterklärend sind.

Unter beschichtetem Papier können verschiedene Arten von Pappe und Papier zählen. Beispiele wären Getränkekartons, Kassenzettel und Geschenkpapier.

Diese unterschiedlichen Arten gehören in unseren normalen Hausmüll. Die Kassenzettel als Beispiel werden auf Thermopapier mit einer Beschichtung aus Bisphenol, gekürzt BPA, gedruckt. Dieser Stoff ist gesundheitsschädlich und kann nicht richtig recycelt werden.

Bei dem verschmutzten Papier sind Sachen wie benutzte Pizzakartons, Pappteller und Kartons, in denen Tiefkühlkost drin war, gemeint.

Kostet eine Altpapiertonne?

Da gibt es ein klares NEIN, denn durch unsere Gebühren, die wir für unseren Restmüllabfall bereits bezahlen, bekommt jedes Grundstück eine Papiertonne, die der Größe des Restmüllvolumens bemessen wird. Die Farbe der Tonnen variiert zwischen grün, schwarz und blau. Die Abholtermine von den Papiertonnen kann man meist auf jeder Internetseite der Städte einsehen.

Was passiert bei falscher Befüllung?

Wenn doch mal aus Versehen etwas in die falsche Tonne kommt, kann es teuer werden, besonders wenn man den Papiermüll neben die Tonne stellt kann es zu einem Bußgeld kommen.

Diese Geldstrafen sind kommunal geregelt und variieren zwischen 10 und 15 Euro bei kleineren Vergehen. Bei der Entsorgung von „schlimmeren“ Dingen, wie als Beispiel ein Handy im Papiermüll, kann es zu einer Geldstrafe von bis zu 2500 Euro kommen. Die privaten Haushalte und die Unternehmen werden in manchen Städten sogar kontrolliert.

Tipps, um Papier zu sparen

  1. Die gedruckten Zeitungen oder grafische Papiere upcyceln, zum Beispiel als Müllbeutel für Biomüll oder auch zum Einwickeln von Lebensmitteln für Unterwegs.
  2. Auf Werbung oder Prospekte verzichten – Diese Nachricht an den Briefkasten kleben, um unnötiges Papier zu sparen. Diese Werbung können wir uns super schnell im Internet angucken.
  3. Auf die digitale Welt umstellen. Zeitung, Bücher und andere Dinge online lesen.
  4. Auf Verwendung von Geschenkpapier verzichten und Zeitung benutzen.
  5. Und noch ein kleiner Lifehack: verleihe oder tausche deine Zeitschriften und Bücher. Auch du hast was davon, da es Geld und Papier spart.

Wiederverwendung von Papier und Pappe

Aus unserem weggeworfenen Pappen und Papieren entsteht durch das Recyceln neues Papier oder Kartons. Diese werden an Firmen, die für die Weiterverbreitung zuständig sind, geliefert. In manchen Gemeinden wird das Altpapier von Schulen, Kirchen oder Vereinen gesammelt und an Recycling-Firmen weiterverkauft.

Wiederverwendung Schritt für Schritt

Dieses Verfahren durchläuft vier wesentliche Arbeitsvorgänge:

  1. Störstoffe entfernen

Es werden mithilfe von Kameras und Sensoren die größeren Pappstücke vom Papier getrennt und sogenannte Störstoffe entwendet. Darunter versteht man Dinge, die nicht in die Papiertonne gehören.

  1. In Wasser einweichen

Das Papier wird mit Wasser, eventuell Natronlauge und Seife eingeweicht. Dadurch sollen sich die Fasern des Papiers lösen. Das Einweichen mit Natronlauge und Seife wird bei der Herstellung von weißem Papier gebraucht, damit die Druckfarbe sich entfernen lässt. Es entsteht ein Papierbrei, der nochmal nach Fremdstoffen aussortiert wird, da es teilweise dazu kommen kann, dass Büroklammern oder anders von dem ersten Verfahren nicht erfasst wurden.

  1. Frische Fasern hinzufügen

Die recycelten Papierfasern werden immer kürzer und lassen sich dadurch irgendwann nicht mehr zu einem festen Papier verarbeiten. Die Gegenlösung ist einen gewissen Anteil an frischen Fasern beizumischen, um die Konsistenz für ein gutes und festes Papier zu haben. Pappe, Verpackungspapier oder auch Zeitungspapier hingegen wird beinahe zu 100 % aus Recyclingmaterial hergestellt.

  1. Sieb und Walze formt eine Papierbahn

Der sogenannte Papierbrei kommt anschließend auf ein Sieb einer Maschine, damit das Wasser abfließt und sich die Fasern verbinden können. Danach wird das Ganze gewalzt und Papierbahnen gepresst und getrocknet. Wenn die Papierbahn durchgetrocknet ist, wird diese zu einer großen Papierrolle aufgewickelt und kann weiterverarbeitet werden.

Fazit

Papierrecycling ist nicht nur ökonomisch, sondern auch ökologisch sehr effizient. Ein Nachteil ist allerdings, dass die Transportkosten sehr hoch sind.

Mit der Zeit steigt die Digitalisierung und immer mehr Menschen lesen ihre Bücher und andere Sachen online. Dahingegen wird aber immer mehr bestellt, was bedeutet, dass dort viel Pappe und Papier benutzt wird.

Tue der Umwelt und dem Planeten etwas Gutes und trenne dein Altpapier richtig.